|
|
Revolution
der Demokratie. Eine Realutopie
von Johannes Heinrichs:
[Zusammenfassung
als PDF (240KB)]
[Gliederung
des Buches als PDF (188 KB)]
Vorwort
von Karl Albrecht Schachtschneider,
ordentl. Professor für Öffentliches Recht an der Universität
Erlangen-Nürnberg
Deutschland ist demokratischer als in anderen Zeiten,
zumal seit 1990 auch die Länder der gescheiterten DDR durch das Grundgesetz
verfasst sind. Deutschland ist aber keine Demokratie! Verwirklicht ist
das Wahlprinzip, aber auch nur so, dass die plurale Parteienoligarchie
nicht gefährdet werden kann. Das bezweckt das Verhältniswahlsystem
mit der Sperrklausel von fünf Prozent, welches jetzt der ganzen Europäischen
Union verordnet wird.
Freie Wahlen müssen die Chance bieten, Abgeordnete in das Parlament
zu entsenden, die der großen Aufgabe gewachsen sind, das Volk in
der Gesetzgebung zu vertreten. Dem stehen Partei- und Fraktionsbindung
entgegen. Die Wähler kennen die Kandidaten kaum oder gar nicht. Auch
die Desinformation der Öffentlichkeit in allen wichtigen Politiken,
zumal über die europäische und globale Integration, ist mit
demokratischen Wahlen unvereinbar.
Im Parteienstaat kann das Parlament seine Aufgabe nicht erfüllen.
Der Parteienstaat ist durch Führung und Geschlossenheit gekennzeichnet,
nicht durch Erkenntnis des Wahren und Richtigen. Der Parteienstaat ist
die Verfallserscheinung der Republik. Der oligarchische Charakter des
Parteienstaates hat sich durch den Internationalismus verschärft.
Verbindlich sind die Absprachen der Staatsführer.
Die Irreführung über das Prinzip der Demokratie beginnt mit
der Übersetzung des Wortes als «Volksherrschaft». Demokratie
ist Freiheit der Menschen, nicht die Herrschaft der Obrigkeit über
Untertanen. Die allgemeine Freiheit führt mit Logik zum kategorischen
Imperativ, zum Gebot der Sittlichkeit als das der persönlichen Vernunft,
welche von allen Bürgern und erst recht von deren Vertretern Moralität
– das ist der Wille zur Rechtlichkeit des gemeinsamen Lebens –
verlangt, den guten Willen nach Kants Metaphysik. Politik kann und darf
darum nur «ausübende Rechtslehre» sein, nicht Kampf um
die Macht, Kampf um die Mehrheit. Demokratie als Herrschaft der Mehrheit
auf Zeit ist die Lebenslüge der Parteienstaaten.
Johannes Heinrichs legt mit diesem Buch eine «Realutopie» vor:
«Revolution der Demokratie». Seine Demokratielehre ist ebenso
grundlegend wie umstürzend und notwendig. Grundlegend ist sie, weil
sie auf einer elementaren Anthropologie aufbaut, nämlich der sozialen
Reflexionstheorie, welche den Menschen als Menschen unter Menschen anerkennt.
Umstürzend ist sie, weil sie dem Parteienstaat die Ideologie streitig
macht. Sie ist notwendig, weil die Freiheit der Menschheit die Vision
der Aufklärung und das Ziel aller Politik ist.
Das Werk Heinrichs‘ lehrt die Revolution im eigentlichen Sinne,
nämlich als Befreiung zum Recht, also zur Menschheit der Menschen.
Dass der Parteienstaat nicht die Antwort auf die große Frage der
Aufklärung, ja der Menschheit, nach dem guten Leben aller sein kann,
bewegt Johannes Heinrichs. Sein Entwurf differenziert anspruchsvoll, gibt
aber der Demokratie die erste wirkliche Chance. Heinrichs konzipiert vier
Parlamente mit eigenständigen Aufgaben, eigenständiger Verantwortung
und eigenständiger Besetzung, nämlich ein Grundwerteparlament,
ein Kulturparlament, ein Politikparlament und ein Wirtschaftsparlament.
Die Gesetze dieser Parlamente sind alle verbindlich. Das erfordert Kompetenzgrenzen
oder Vorrangregelungen. Legitimation verschaffen die Entscheidungen des
GrundwerteParlaments. Diese Entscheidungen können nicht diskursiv
ermittelt werden, sondern müssen, den Zeitläufen gemäß,
von Abgeordneten getroffen werden, die in das Vertrauen des Volkes eingebettet
sind. Die Entscheidungen der anderen Parlamente müssen sich in die
Grundentscheidungen einfügen.
Neben der Vierheit des Legitimations-, des Kultur-, des Politik und des
Wirtschaftssystems konzipiert Heinrichs eine weitere architektonische
Dimension, nämlich die Dreiheit von Staat, Privatem und öffentlichem,
die heute schon praktiziert wird, aber noch nicht von einer sachgerechten
Rechtsordnung gestützt ist. Sie ist, wie die Vierheit des Parlamentarismus,
ein Strukturelement der Gewaltenteilung, erstmalig systemisch begründet.
Weiterhin will Heinrichs die direkte gegenüber der repräsentativen
Demokratie stärken. Den Klassenstaat, den Parteienstaat und den
Konfessionsstaat will er überwinden. Die Vierheit der Systemebenen
und die Dreiheit der Organisationsformen gewährleisten die Verwirklichung
des Solidaritäts- und des Rechts(staats)prinzips, welche dem Ideal
von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit entsprechen.
Johannes Heinrichs ist der beste Kenner der gegenwärtigen Sozialphilosophie.
Er weiß sich für unsere Republik verantwortlich und unterbreitet
einen wohlbegründeten Entwurf für ein menschliches Leben in
allen Staaten dieser Welt.
Heinrichs kritisiert die Grundlagen oder eben den Mangel an Grundlagen
der Wirklichkeit und der Lehren, die sich Demokratie oder demokratisch
nennen. Seine Vorschläge haben den Menschen im Auge, nicht nur wie
dieser ist und sein soll, sondern auch wie er sein kann, wenn die Lebensordnung
den Menschen die Möglichkeit gibt, zu sich selbst zu finden und ihrer
Menschheit gemäß zu leben.
Heinrichs` Werk ist ein großer Beitrag zur
politischen Philosophie und ein großer Beitrag zur Demokratielehre.
Ich werde helfen, seiner Revolution zum Siege zu verhelfen.
Erlangen-Nürnberg, im Oktober 2003
[Zusammenfassung
des Buches als PDF (240KB)]
[Gliederung
des Buches als PDF (188 KB)]
|

|
|